Kapitel 6. Dienstprogramme zur Systemüberwachung

Inhaltsverzeichnis

6.1. Liste der geöffneten Dateien: lsof
6.2. Liste der Benutzer bzw. Prozesse, die auf Dateien zugreifen: fuser
6.3. Dateieigenschaften: stat
6.4. USB-Geräte: lsusb
6.5. Informationen zu einem SCSI-Gerät: scsiinfo
6.6. Prozesse: top
6.7. Prozessliste: ps
6.8. Prozessbaum: pstree
6.9. Wer macht was: w
6.10. Speichernutzung: free
6.11. Kernel Ring Buffer: dmesg
6.12. Dateisysteme und ihre Nutzung: mount, df und du
6.13. Das Dateisystem /proc
6.14. PCI-Ressourcen: lspci
6.15. Systemaufrufe eines aktiven Programms: strace
6.16. Bibliotheksaufrufe eines aktiven Programms: ltrace
6.17. Erforderliche Bibliothek angeben: ldd
6.18. Zusätzliche Informationen zu ELF-Binärdateien
6.19. Prozessübergreifende Kommunikation: ipcs
6.20. Zeitmessung mit time

Zusammenfassung

In diesem Kapitel werden verschiedene Programme und Mechanismen vorgestellt, mit denen Sie den Zustand Ihres Systems untersuchen können. Weiterhin werden einige, für die tägliche Arbeit nützliche Dienstprogramme sowie deren wichtigste Optionen beschrieben.

Für die vorgestellten Befehle werden jeweils beispielhafte Ausgaben dargestellt. Darin ist die erste Zeile der Befehl selbst (nach einem >- oder #-Zeichen als Eingabeaufforderung). Auslassungen sind durch eckige Klammern ([...]) gekennzeichnet und lange Zeilen werden, falls erforderlich, umgebrochen. Umbrüche langer Zeilen sind durch einen umgekehrten Schrägstrich (\) gekennzeichnet.

# command -x -y
output line 1
output line 2
output line 3 is annoyingly long, so long that \
    we have to break it
output line 3
[...]
output line 98
output line 99

Damit möglichst viele Dienstprogramme erwähnt werden können, sind die Beschreibungen kurz gehalten. Weitere Informationen zu allen Befehlen finden Sie auf den entsprechenden Manualpages. Die meisten Befehle verstehen auch die Option --help, mit der Sie eine kurze Liste der verfügbaren Parameter anzeigen können.


6.1. Liste der geöffneten Dateien: lsof

Um eine Liste aller Dateien anzuzeigen, die für den Prozess mit der Prozess-ID PID geöffnet sind, verwenden Sie -p. Um beispielsweise alle von der aktuellen Shell verwendeten Dateien anzuzeigen, geben Sie Folgendes ein:


tester@linux:~> lsof -p $$
COMMAND  PID   USER   FD   TYPE DEVICE    SIZE   NODE NAME
bash    5552 tester  cwd    DIR    3,3    1512 117619 /home/tester
bash    5552 tester  rtd    DIR    3,3     584      2 /
bash    5552 tester  txt    REG    3,3  498816  13047 /bin/bash
bash    5552 tester  mem    REG    0,0              0 [heap] (stat: No such \
 file or directory)
bash    5552 tester  mem    REG    3,3  217016 115687 /var/run/nscd/passwd
bash    5552 tester  mem    REG    3,3  208464  11867 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_CTYPE
bash    5552 tester  mem    REG    3,3  882134  11868 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_COLLATE
bash    5552 tester  mem    REG    3,3 1386997   8837 /lib/libc-2.3.6.so
bash    5552 tester  mem    REG    3,3   13836   8843 /lib/libdl-2.3.6.so
bash    5552 tester  mem    REG    3,3  290856  12204 /lib/libncurses.so.5.5
bash    5552 tester  mem    REG    3,3   26936  13004 /lib/libhistory.so.5.1
bash    5552 tester  mem    REG    3,3  190200  13006 /lib/libreadline.so.5.1
bash    5552 tester  mem    REG    3,3      54  11842 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_NUMERIC
bash    5552 tester  mem    REG    3,3    2375  11663 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_TIME
bash    5552 tester  mem    REG    3,3     290  11736 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_MONETARY
bash    5552 tester  mem    REG    3,3      52  11831 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_MESSAGES/SYS_LC_MESSAGES
bash    5552 tester  mem    REG    3,3      34  11862 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_PAPER
bash    5552 tester  mem    REG    3,3      62  11839 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_NAME
bash    5552 tester  mem    REG    3,3     127  11664 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_ADDRESS
bash    5552 tester  mem    REG    3,3      56  11735 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_TELEPHONE
bash    5552 tester  mem    REG    3,3      23  11866 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_MEASUREMENT
bash    5552 tester  mem    REG    3,3   21544   9109 \
 /usr/lib/gconv/gconv-modules.cache
bash    5552 tester  mem    REG    3,3     366   9720 \
 /usr/lib/locale/en_GB.utf8/LC_IDENTIFICATION
bash    5552 tester  mem    REG    3,3   97165   8828 /lib/ld-2.3.6.so
bash    5552 tester    0u   CHR  136,5              7 /dev/pts/5
bash    5552 tester    1u   CHR  136,5              7 /dev/pts/5
bash    5552 tester    2u   CHR  136,5              7 /dev/pts/5
bash    5552 tester  255u   CHR  136,5              7 /dev/pts/5
  

Es wurde die spezielle Shell-Variable $$ verwendet, deren Wert die Prozess-ID der Shell ist.

Wird der Befehl lsof ohne Parameter eingegeben, werden alle aktuell geöffneten Dateien angezeigt. Da dies in der Regel recht viele sind, wird dieser Befehl selten verwendet. Die Liste der Dateien kann jedoch mit Suchfunktionen kombiniert werden, um sinnvolle Listen zu generieren. Beispiel: Liste aller verwendeten zeichenorientierten Geräte:


tester@linux:~> lsof | grep CHR
bash      3838     tester    0u      CHR  136,0                 2 /dev/pts/0
bash      3838     tester    1u      CHR  136,0                 2 /dev/pts/0
bash      3838     tester    2u      CHR  136,0                 2 /dev/pts/0
bash      3838     tester  255u      CHR  136,0                 2 /dev/pts/0
bash      5552     tester    0u      CHR  136,5                 7 /dev/pts/5
bash      5552     tester    1u      CHR  136,5                 7 /dev/pts/5
bash      5552     tester    2u      CHR  136,5                 7 /dev/pts/5
bash      5552     tester  255u      CHR  136,5                 7 /dev/pts/5
X         5646       root  mem       CHR    1,1              1006 /dev/mem
lsof      5673     tester    0u      CHR  136,5                 7 /dev/pts/5
lsof      5673     tester    2u      CHR  136,5                 7 /dev/pts/5
grep      5674     tester    1u      CHR  136,5                 7 /dev/pts/5
grep      5674     tester    2u      CHR  136,5                 7 /dev/pts/5