Kapitel 3. Aktualisieren des Systems und Paketverwaltung

Inhaltsverzeichnis

3.1. Aktualisieren von SUSE Linux
3.2. Software-Änderungen von Version zu Version
3.3. RPM - der Paket-Manager

Zusammenfassung

SUSE Linux bietet die Möglichkeit, ein bestehendes System zu aktualisieren, ohne es vollständig neu zu installieren. Man unterscheidet zwischen zwei Arten von Aktualisierungen: die Aktualisierung einzelner Software-Pakete und die Aktualisierung des gesamten Systems. Pakete können auch manuell mithilfe des RPM-Paket-Managers verwaltet werden.


3.1. Aktualisieren von SUSE Linux

Software weist normalerweise von Version zu Version mehr „Umfang“ auf. Folglich sollten Sie vor dem Aktualisieren mit df den verfügbaren Plattenplatz überprüfen. Wenn Sie befürchten, dass demnächst kein Speicherplatz mehr zur Verfügung steht, sichern Sie die Daten vor der Aktualisierung und partitionieren Sie Ihr System neu. Es gibt keine Faustregel hinsichtlich des Speicherplatzes einzelner Partitionen. Die Platzanforderungen werden durch Ihr jeweiliges Partitionierungsprofil, die ausgewählte Software sowie die Versionsnummer von SUSE Linux bestimmt.

3.1.1. Vorbereitung

Kopieren Sie vor der Aktualisierung die alten Konfigurationsdateien auf ein separates Medium, beispielsweise ein Bandlaufwerk (Streamer), eine Wechselfestplatte, einen USB-Stick oder ein ZIP-Laufwerk, um die Daten zu sichern. Dies gilt hauptsächlich für die in /etc gespeicherten Dateien sowie einige der Verzeichisse und Dateien in /var und /opt. Zudem empfiehlt es sich, die Benutzerdaten in /home (den HOME-Verzeichnissen) auf ein Sicherungsmedium zu schreiben. Melden Sie sich zur Sicherung dieser Daten als root an. Nur Benutzer root verfügt über die Leseberechtigung für alle lokalen Dateien.

Notieren Sie sich vor der Aktualisierung die Stammpartition. Mit dem Befehl df / können Sie den Gerätenamen der Stammpartition anzeigen. In Beispiel 3.1, „Über df -h angezeigte Liste“ ist /dev/hda3 die Stammpartition, die Sie sich notieren sollten (eingehängt als /).

Beispiel 3.1. Über df -h angezeigte Liste

Filesystem     Size  Used Avail Use% Mounted on
/dev/hda3       74G   22G   53G  29% /
tmpfs          506M     0  506M   0% /dev/shm
/dev/hda5      116G  5.8G  111G   5% /home
/dev/hda1       39G  1.6G   37G   4% /windows/C
/dev/hda2      4.6G  2.6G  2.1G  57% /windows/D

3.1.2. Potenzielle Probleme

Wenn Sie ein standardmäßiges System von der Vorgängerversion auf diese Version aktualisieren, ermittelt YaST die erforderlichen Änderungen und wendet sie an. Abhängig von den individuellen Anpassungen, die Sie vorgenommen haben, kommt es bei einigen Schritten der vollständigen Aktualisierung zu Problemen und Ihnen bleibt nur die Möglichkeit, Ihre Sicherungsdaten zurückzukopieren. Nachfolgend sind weitere Punkte aufgeführt, die vor dem Beginn der Systemaktualisierung überprüft werden müssen.

3.1.2.1. Überprüfen von „passwd“ und „group“ in „/etc“

Stellen Sie vor dem Aktualisieren des Systems sicher, dass /etc/passwd und /etc/group keine Syntaxfehler enthalten. Rufen Sie hierzu die Überprüfungs-Dienstprogramme pwck und grpck als root auf und beseitigen Sie sämtliche gemeldeten Fehler.

3.1.2.2. PostgreSQL

Führen Sie vor der Aktualisierung von PostgreSQL (postgres) den dump-Vorgang für die Datenbanken durch. Ziehen Sie die Manualpage (Handbuchseite) zu pg_dump zurate. Dies ist nur erforderlich, wenn Sie PostgreSQL bereits vor der Aktualisierung verwendet haben.

3.1.3. Aktualisieren mit YaST

Im Anschluss an die in Abschnitt 3.1.1, „Vorbereitung“ erläuterte Vorbereitung kann Ihr System nun aktualisiert werden:

  1. Booten Sie das System wie zu Installationszwecken (siehe Beschreibung in Abschnitt 1.1, „Systemstart für die Installation“ (↑ Start )). Wählen Sie in YaST eine Sprache aus und klicken Sie im Dialogfeld Installationsmodus auf Aktualisieren. Wählen Sie nicht die Option Neuinstallation.

  2. YaST ermittelt, ob mehrere Root-Partitionen vorhanden sind. Wenn nur eine vorhanden ist, fahren Sie mit dem nächsten Schritt fort. Wenn mehrere vorhanden sind, wählen Sie die richtige Partition aus und bestätigen Sie mit Weiter (im Beispiel in Abschnitt 3.1.1, „Vorbereitung“ wurde /dev/hda3 ausgewählt). YaST liest die alte fstab auf dieser Partition, um die hier aufgeführten Dateisysteme zu analysieren und einzuhängen.

  3. Passen Sie im Dialogfeld Installationseinstellungen die Einstellungen gemäß Ihren Anforderungen an. Normalerweise können die Standardeinstellungen unverändert übernommen werden, wenn Sie Ihr System jedoch erweitern möchten, überprüfen Sie die in den Untermenüs von Software-Auswahl aufgeführten Pakete (und aktivieren Sie sie gegebenenfalls) oder fügen Sie die Unterstützung für zusätzliche Sprachen hinzu.

    Sie haben zudem die Möglichkeit, verschiedene Systemkomponenten zu sichern. Durch Sicherungen wird der Aktualisierungsvorgang verlangsamt. Verwenden Sie diese Option, wenn Sie über keine aktuelle Systemsicherung verfügen.

  4. Geben Sie im daraufhin angezeigten Dialogfeld an, dass nur die bereits installierte Software aktualisiert werden soll oder dass dem System neue Software-Komponenten hinzugefügt werden sollen (Aufrüstungsmodus). Es empfiehlt sich, die vorgeschlagene Kombination zu akzeptieren, beispielsweise Update basiert auf der Auswahl „Standard-System mit KDE“ oder „Standard-System mit GNOME“. Anpassungen sind zu einem späteren Zeitpunkt mit YaST möglich.

3.1.4. Aktualisieren einzelner Pakete

Ungeachtet der insgesamt aktualisierten Umgebung ist die Aktualisierung einzelner Pakete stets möglich. Ab diesem Punkt liegt es jedoch bei Ihnen, sicherzustellen, dass die Konsistenz Ihres Systems stets gewährleistet ist. Ratschläge zur Aktualisierung finden Sie unter http://www.novell.com/linux/download/updates/.

Wählen Sie gemäß Ihren Anforderungen Komponenten in der YaST-Paketauswahl aus. Wenn Sie ein Paket auswählen, dass für den Gesamtbetrieb des Systems unerlässlich ist, gibt YaST eine Warnung aus. Pakete dieser Art sollten nur im Aktualisierungsmodus aktualisiert werden. Zahlreiche Pakete enthalten beispielsweise shared libraries. Wenn diese Programme und Anwendungen im aktiven System aktualisiert werden, kann es zu Fehlfunktionen kommen.