Kapitel 19. SLP-Dienste im Netzwerk

Inhaltsverzeichnis

19.1. Registrieren eigener Dienste
19.2. SLP-Frontends in SUSE Linux
19.3. SLP aktivieren
19.4. Weitere Informationen

Zusammenfassung

Das Service Location Protocol (SLP) wurde entwickelt, um die Konfiguration vernetzter Clients innerhalb eines lokalen Netzwerks zu vereinfachen. Zur Konfiguration eines Netzwerk-Clients inklusive aller erforderlichen Dienste benötigt der Administrator traditionell detailliertes Wissen über die im Netzwerk verfügbaren Server. SLP teilt allen Clients im lokalen Netzwerk die Verfügbarkeit ausgewählter Dienste mit. Anwendungen mit SLP-Unterstützung können diese Informationen verarbeiten und können automatisch konfiguriert werden.

SUSE Linux unterstützt die Installation von per SLP bekannt gegebenen Installationsquellen und beinhaltet viele Systemdienste mit integrierter Unterstützung für SLP. YaST und Konqueror verfügen beide über SLP-fähige Frontends. Nutzen Sie SLP, um vernetzten Clients zentrale Funktionen wie Installationsserver, YOU-Server, Dateiserver oder Druckserver auf Ihrem SUSE Linux-System zur Verfügung zu stellen.


19.1. Registrieren eigener Dienste

Viele Anwendungen unter SUSE Linux verfügen durch die libslp-Bibliothek bereits über eine integrierte SLP-Unterstützung. Falls ein Dienst ohne SLP-Unterstützung kompiliert wurde, können Sie ihn mit einer der folgenden Methoden per SLP verfügbar machen:

Statische Registrierung über /etc/slp.reg.d

Legen Sie für jeden neuen Dienst eine separate Registrierungsdatei an. Dies ist ein Beispiel einer solchen Datei für die Registrierung eines Scannerdiensts:

      


## Register a saned service on this system
## en means english language
## 65535 disables the timeout, so the service registration does
## not need refreshes
service:scanner.sane://$HOSTNAME:6566,en,65535
watch-port-tcp=6566
description=SANE scanner daemon

Die wichtigste Zeile dieser Datei ist die Dienst-URL, die mit service: beginnt. Sie enthält den Diensttyp (scanner.sane) und die Adresse, unter der der Dienst auf dem Server verfügbar ist. $HOSTNAME wird automatisch durch den vollstän­digen Hostnamen ersetzt. Abgetrennt durch einen Doppelpunkt folgt nun der Name des TCP-Ports, auf dem der entsprechende Dienst gefunden werden kann. Geben Sie nun die Sprache an, in der der Dienst angekündigt werden soll, und die Gültigkeitsdauer der Registrierung in Sekunden. Diese Angaben müssen durch Kommas von der Dienst-URL getrennt werden. Wählen Sie für die Registrierungs­dauer einen Wert zwischen 0 und 65535. 0 verhindert die Registrierung. Mit 65535 werden alle Einschränkungen aufgehoben.

Die Registrierungsdatei enthält außerdem die beiden Variablen watch-tcp-port und description. watch-tcp-port koppelt die SLP-Dienstankündigung daran, ob der entsprechende Dienst aktiv ist, indem slpd den Status des Diensts überprüft. Die zweite Variable enthält eine genauere Beschreibung des Diensts, die in den entsprechenden Browsern angezeigt wird.

Statische Registrierung über /etc/slp.reg

Der einzige Unterschied zum Verfahren mit /etc/slp.reg.d ist die Gruppierung aller Dienste innerhalb einer zentralen Datei.

Dynamische Registrierung über slptool

Verwenden Sie zur SLP-Registrierung eines Diensts aus proprietären Skripts das Befehlszeilen-Frontend slptool.